Bahn frei für Batch 4

Zu viel Risiko? Die falsche Zeit? Wer denkt, dass Corona die Realisierung von Social Start-ups aussetzt, irrt sich. In dieser Woche starten die neuen Teams der Impact Factory ihr Gründer:innen-Stipendium. Wer dabei ist, welche Lösungen sie anbieten und warum genau jetzt die Zeit für nachhaltige Innovation ist, erfahrt ihr in diesem Beitrag.


90 Bewerbungen, 6 Create-ups, 6 Ramp-ups, 17 Fellows – so lauten die Zahlen für den Batch 4 der Impact Factory. Damit wächst unser Netzwerk auf etwa 90 Start-ups. Nachdem wir im Sommer 2020 einen deutlichen Rekord aufgestellt haben, freuen wir uns darüber, mit 90 Anmeldungen zum Jahresstart 2021 ein hohes Niveau halten zu können – trotz der momentan sehr widrigen Umstände für Gründer:innen. Doch genau jetzt sind die Lösungen von Sozialunternehmer:innen besonders wichtig.

The new normal

Die Pandemie legt verschärft offen, wo sich Versorgungslücken befinden, wo wir als Gesellschaft noch Fortschritte erreichen müssen. Es liegt nun an uns, aus guten Vorsätzen und neu gewonnenen Erkenntnissen nachhaltig Taten folgen zu lassen, anstatt Missstände nur kurzfristig anzuprangern. Das „new normal“ darf nicht beim vermehrten Homeoffice aufhören, sondern muss – weit über die Coronakrise hinaus – Nachhaltigkeit und soziale Fairness vorantreiben.

Grundsätzlich ist der Wunsch nach fairem und nachhaltigem Wirtschaften über das letzte Jahr gewachsen. Das zeigen unter anderem Trends wie eine gestiegene Nachfrage für nachhaltige Konsumgüter, ein deutlicher Zuwachs bei E-Auto Zulassungen oder das anhaltende Wachstum von ESG-Investments.

Wir als Impact Factory möchten nach wie vor ein Motor dieser Veränderungen sein. Die Art und Weise unserer alltäglichen Arbeit hat sich im letzten Jahr klar verändert, indem wir unser Programm digitalisiert haben – unverändert geblieben ist dabei unser Ziel. Besonders in dieser wirtschaftlich und gesellschaftlich herausfordernden Zeit ist es wichtig, soziale und ökologische Innovation zu fördern. So können wir zukunftsfähiges Wirtschaften mitgestalten. Wie wir in unserem letzten Beitrag berichtet haben, ist dies für Sozialunternehmer:innen oft auch mit Hürden verbunden. Rechtliche Rahmenbedingungen, die staatliche Hilfe verwehrt haben oder Hilfspakete, in denen Impact Start-ups nicht vorkamen, prägten das letzte Jahr für einige Gründer:innen und etablierte Sozialunternehmen. Deshalb ist eines unserer langfristigen Ziele auch, zu einer lauten Stimme für Changemaker zu werden und ihre Ausgangssituation zu verbessern.

Klima im Fokus

Als zum ersten Lockdown im Frühjahr 2020 das erste Mal in jüngster Geschichte Industrie und Verkehr größtenteils stillstanden, hörte man vermehrt Geschichten über die Rückkehr der Natur in Städte und geringere Emissionswerte. Diese Momentaufnahme bleibt insgesamt jedoch nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, wenn wir sie nicht als zusätzlichen Weckruf verstehen. Wir sehen großes Impact-Potenzial daher besonders in diesem Moment in der Förderung auf Klimaschutz orientierter Start-ups – denn die Zeit drängt. Wertschöpfungsketten neu denken, Kreislaufwirtschaft und Informations-Vernetzung. Soziale und ökologische Lösungen unter ein Dach bringen. Lösungen, die Unternehmen auf dem Weg zu Klimaneutralität – und vermehrt auch Klimapositivität – begleiten. All das haben sich Teams aus Batch 4 zur Aufgabe gemacht. Aus einer lästigen Aufgabe, die Kosten verursacht, soll eine ökologisch nachhaltige Zukunft als Chance werden, und eine absolute Notwendigkeit. Wer sich heute um erhöhte Kosten sorgt, sollte in seine Überlegungen einbeziehen, welchen Schaden nicht erreichte Klimaziele für die Weltwirtschaft bedeuten würden.

Außerdem im Fokus stehen Produkte und Services rund um Digitalisierung. Ein Thema, das bei nahezu jeder und jedem den Alltag dominiert und besonders jetzt fehlende Angebote offengelegt hat. Die Devise lautet, aus der Not eine Tugend zu machen. Einige der neuen Teams widmen sich daher dem Zugang zum Beispiel zu Online-Bildungsangeboten, spezifisch für marginalisierte Gruppen, denen dieser sonst schwerfällt. Außerdem geht es um Internet of Things-Lösungen, die Technik, Software und Menschen zusammenbringen, um den Alltag zu vereinfachen.

Eine Übersicht aller Teams mit ihren Themen und Zielen findet ihr hier.

Neben diesen Kern-Themen bearbeiten unsere Teams noch einige weitere. Ein Beispiel sind neue Angebote für Länder des globalen Südens, die langfristig Armut vermeiden und Mitbestimmung fördern. Soweit ein Überblick zu Batch 4. Wir freuen uns darauf, in den kommenden Monaten aus diesen Visionen greifbare Realität zu machen. Dabei arbeiten wir natürlich nicht allein: Die Impact Factory wird möglich gemacht durch unsere Gründungspartner von der Beisheim StiftungFranz Haniel & Cie. GmbH und der KfW Stiftung. Als Programmpartner unterstützen uns außerdem der Paritätische Wohlfahrtsverband NRW und die Wilo-Foundation.

Und übrigens: Wenn auch du (oder jemand aus deinem Umfeld) mit einer Impact-Idee durchstarten möchtest, die nächste Bewerberphase beginnt bereits im Frühling 😉 Stay tuned!

  • Patrick Weisker | 
  • 1. Februar 2021 | 
  • Kategorien: Blog